Prof. Dr. med. Dirk Kaiser

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Patientenservice


Liebe Patientin, lieber Patient,

bei Ihnen wurde eine Lungenerkrankung diagnostiziert und Sie warten auf eine Operation. Sicherlich werden Sie einige Fragen haben, die den stationären Ablauf und die Operation selbst betreffen. Dieser Leitfaden soll Ihnen eine kleine Hilfe im Umgang mit Ihrer Krankheit und der bevorstehenden Operation geben. Zugleich sollen Sie als Patient zur aktiven Mitarbeit motiviert werden. Sie können selbst zu einem guten Gelingen der Operation beitragen, in dem Sie das Rauchen einstellen.

Natürlich kann ich hier nicht alle Ihre Fragen beantworten. Dies soll das persönliche Gespräch mit dem Stationsarzt nicht ersetzen, der auf Ihre individuellen Fragen und Bedürfnisse eingehen wird. Für offene Fragen stehe ich Ihnen in Zusammenarbeit mit Ihrem Lungenarzt und Ihrem Hausarzt gerne zur Verfügung.

 

Ärztliche Versorgung

Das Fachgebiet der Thoraxchirurgie behandelt die chirurgischen Erkrankungen der Organe im Brustkorb, des Mittelfellraumes (Mediastinum), des Zwerchfelles und der Brustwand. Heute ist der Lungenkrebs der weitaus häufigste Anlass für einen thoraxchirurgischen Eingriff.

Durch enge Zusammenarbeit des Thoraxchirurgen mit Pneumologen, internistischen Onkologen, Radiologen, Anästhesiologen und je nach Bedarf weiteren Spezialisten wird heutzutage die Möglichkeit einer Operation für jeden Patienten individuell abgewogen. Die Risikokalkulation eines Eingriffes wird bei jedem Patienten von mir persönlich durchgeführt. Folgende Untersuchungen bzw. Befunde sind zu erheben.

Stufendiagnostik

Durch die exakte Risikokalkulation und ein gutes Komplikationsmanagement sind heute Patienten, die noch vor kurzem als nicht operabel galten, relativ gefahrlos einem thoraxchirurgischen Eingriff zu unterziehen. Ob für Sie eine Operation in Frage kommt oder für Sie zu riskant ist, darüber berate ich Sie gerne. Nicht zuletzt die gewaltigen Fortschritte in der postoperativen Intensivpflege wie auch Zuwendung der Schwestern und Pfleger auf den Stationen vervollständigen das Leistungsspektrum eines Teams, wie ich es an meiner ehemaligen Klinik für Thoraxchirurgie geschaffen habe.

 

Das Lungenkarzinom

Hauptursache des Lungenkarzinomkarzinoms ist mit 85 % das inhalative Rauchen. Ca. 8 % werden berufsbedingten Karzinogenen wie Asbest und Uran zugeschrieben, 5 % entstehen durch Umwelteinflüsse und Luftverschmutzung.

Vor einer geplanten Lungenoperation sollten Sie das Rauchen rechtzeitig einstellen, da hierdurch das Operationsrisiko deutlich gesenkt wird.

Metastasenchirurgie mit dem Laser

Bei bestimmten Tumoren, vor allen Dingen Dickdarmkarzinome, Nierenzellkarzinome, Hodenkarzinome aber auch gynäkologische Karzinome sowie Sarkome (Osteosarkome, Weichgewebssarkome) ist die Metastasenchirurgie ein etabliertes Verfahren, welches zur Überlebenszeitverlängerung führt. Prognosefakten sind das metastasenfreie Intervall, die Anzahl der Metastasen, die Resektion im Gesunden bei der Operation, Lymphknotenbefall und Histologie des Primärtumors. Die Metastasenchirurgie muss so gewebeschonend wie möglich durchgeführt werden, da Mehrfachoperationen in bestimmten Zeitabständen zum Erreichen einer definitiven Heilungschance erforderlich sind. Hierbei hat sich der Laser als optimales Operationsinstrumentarium herausgestellt. Durch eine Laserpulmotomie wird die Metastase freigelegt und dann kugelförmig aus dem Parenchym mit dem Laser herausgeschnitten. Hierdurch wird primäre Luftdichtigkeit und Bluttrockenheit erreicht. Bei 591 Operationen lag die Sterblichkeit bei 0,16%.

Lungenüberblähung/ Emphysem

Beim Lungenemphysem wird durch die Überblähung der Lunge der Thorax geweitet, das heißt, die Muskeln zwischen den Rippen werden überdehnt. Gleichzeitig wird das Zwerchfell, welches beim Gesunden eine Kuppel darstellt nach unten gedrückt, so dass es keine Wölbung mehr hat.

Hierdurch kommen die Muskelfasern in eine ungünstige Ausgangssituation und können sich nicht mehr zusammenziehen. Beim Emphysempatienten kommt es zu einer zunehmenden Verschlechterung der Atempumpe.

Bei 25% der Patienten kann durch eine sog. Volumenreduktion die Atempumpe wieder verbessert werden. Wichtig ist, dass das Emphysem nicht gleichmäßig die ganze Lunge befallen hat, sondern dass sogn. Zielzonen in Form von Blasen vorhanden sind. Wenn man diese Blasen, in denen kein Gasaustausch stattfindet, operativ (Schlüssellochtechnik) entfernt oder mit bronchoskopisch eingesetzten Ventilen zum Schrumpfen bringt, verkleinert sich die Lunge, ohne dass sie an Funktion verliert. Durch diese Lungenverkleinerung kommt die Muskulatur in eine bessere Ausgangssituation, so dass sich die Atempumpe verbessert. Die subjektive Atemnot verschwindet!

Vor einem Eingriff muss die Muskulatur in einem speziellen Program trainiert werden (Physiotherapie und Lungensport). Das Einstellen des Rauchens 2 Monate vor dem Eingriff ist verpflichtend!

In meiner Emphysemsprechstunde werden Sie umfassend beraten.

 

© Prof. Dr. D. Kaiser
Stand: 2018